SALSA LUZERN
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Salsa History


Salsa Luzern präsentiert
Die wahre Geschichte des Salsa
Eine Kurzfassung

In Zusammenarbeit mit Williams Careaga (Salsamania Luzern),
Cheo Feliciano und Ismael Miranda (Fania All Stars)
Was ist Salsa

Die Musik, die wir Salsa nennen, ist eigentlich nichts anderes als afrokaribische oder afroantillanische Musik. Von den karibischen Inseln stammen Rhythmen wie die Guaracha, der Guaguanco, der Son Montuno, die Rumba, Plena, Bomba usw.
Alle diese Rhythmen wurden gemischt und zusammen unter dem Namen Salsa vereint. Kurz gesagt ist Salsa also eine Mischung aus verschiedenen karibischen Musikstilen.
Wie es dazu gekommen ist, hat natürlich seine

Entstehung des Salsa

Der heute als Salsa bekannte Musikstil entstand anfangs der siebziger Jahre in den lateinamerikanischen Einwanderervierteln von New York. Aber beginnen wir ganz von vorne: In den fünfziger und sechziger Jahren wanderten Menschen aus allen Nationen nach Amerika aus, viele auch aus Lateinamerika.
Die Auswanderer brachten ihre eigene Kultur und damit auch ihre eigene Musik mit in die neue Heimat.

So kam es, dass es Mitte der sechziger Jahre in New York eine Unmenge von lateinamerikanischen Orchestern gab, die afrokaribische Rhythmen spielten.
Es existierten zahlreiche Tanzlokale und an einem Wochenende konnte man gut und gerne zwanzig oder dreissig Tanzveranstaltungen finden, auf denen jeweils zwei oder drei Orchester spielten. Dies bewegte mehr und mehr junge lateinamerikanische Musiker, vor allem aus Puerto Rico, dazu, auch nach Amerika, nach New York, auszuwandern.
Dort hatten sie die besten Chancen eine Arbeit als Musiker zu finden. Die puertoricanische Musikszene in New York wurde also immer grösser.

Cheo Feliciano, von Fania All Stars, erzählt: „In dieser Zeit spielte man vor allem afrokubanische Rhythmen.
Die Musik stammte also hauptsächlich aus Kuba, die Musiker waren aber vor allem Puertoricaner. Die Orchester in New York bestanden fast zu hundert Prozent aus Puertoricanern, wenn es auch einige Musiker aus anderen Ländern und auch aus Kuba gab.
Und auch die Leute, die in New York tanzten, waren hauptsächlich Puertoricaner.“

Auch Ismael Miranda (Fania All Stars) erinnert sich: “Salsa ist nichts anderes als afroantillanische Musik.
Wir, die Puertoricaner, die in New York und anderen Orten lebten, bemühten uns, dass diese afroantillanische Musik auch im Ausland weiterlebte und nicht ausstarb. Denn es war sehr gute Musik;
Musik, die eine sehr tiefe Kultur hatte und die wunderschön war.“

Die jungen Musiker aus Puerto Rico spielten in verschiedenen Orchestern. Sie begannen die Rhythmen und Stile zu mischen und einen Rhythmus zu kreieren, der den „Geschmack“ aller karibischen Rhythmen vereinte. Es entstand ein neuer Musikmix, der viel schneller war als andere, schon bekannte afrokaribische Rhythmen - Salsa war geboren.

Fania All Stars

Ein Geschäftsmann, Jerry Masucci, und ein Musiker, Johnny Pacheco, wurden auf das Talent der vielen puertoricanischen Musiker aufmerksam. 1968 hatten Masucci und Pacheco die geniale Idee, die besten Musiker, Sänger und Dirigenten von verschiedenen Orchestern in einer Gruppe zu vereinen.
Dies war der Anfang des grössten Salsa Orchesters aller Zeiten: Fania All Stars.

Im August 1971 traten die Fania All Stars in grosser Aufmachung im Club Cheetah in New York auf.
Mit so grossem Erfolg, dass daraufhin im Jahr 1972 der Film Our Latin Thing erschien, der Ausschnitte aus dem Konzert zeigte und ausserdem vom Leben in den Latinovierteln New Yorks erzählte.
Dieser Film wiederum führte zu einem neuen Konzert, Platten und zu einem weiteren Film mit den Fania All Stars.
Dieses Mal hatte der Titel Auswirkungen, die bis heute anhalten. Der Film hiess Salsa (1976).
Danach ging alles sehr schnell. Die Gruppe wurde bekannt, es gab Reisen in Amerika und nach Europa. Das Salsafieber hatte begonnen.

Fania All Stars war also dafür verantwortlich, dass Salsa - der Begriff, der Ausdruck und vor allem das Gefühl des Salsa - aus den Latinovierteln New Yorks in die ganze Welt getragen und bekannt wurde.

Unten ein Foto der Fania All Stars. Zwanzig der Mitglieder sind Puertoricaner.
Auf dem Foto sind auch Celia Cruz und Rubén Blades zu sehen, die einige Jahre nach der Gründung dazu kamen.

Warum der Name Salsa

Salsa bedeutet übersetzt Sauce, also eine Mischung aus verschiedenen Zutaten und Gewürzen, die dem Essen mehr Geschmack verleiht. Diese eigentliche Sauce assoziierte man mit der neuen Musikmischung. Die Salsamusik war ja eine Mischung aus verschiedenen afrokaribischen Rhythmen, eben eine Sauce - Salsa.

Die Wahl des Begriffs hat aber auch noch einen anderen Hintergrund.
Cheo Feliciano erzählt: „Einer der Gründe, weshalb der Begriff Salsa eingeführt wurde, ist, dass er einfach war für Leute, die nicht Spanisch sprachen. Es war für nicht Spanisch-Sprechende zum Beispiel schwierig, „Montuno“, „Guaracha“ und so viele andere Begriffe für die verschiedenen Rhythmen auszusprechen. Alle diese Namen unter dem einen Begriff „Salsa“ zu vereinen, war viel einfacher. Masucci wählte also den Namen „Salsa“ als eine Definition für alle Rhythmen, die wir in New York spielten. Das war genial, denn es war eine kommerzielle Idee, um das Projekt, die Rhythmen und alles andere zu verkaufen.“

Der grösste Salsa Komponist

Eine weitere wichtige Figur, wohl die wichtigste Figur, in der Geschichte des Salsa ist Tite Curet Alonso. Er war der grösste Songschreiber für Fania All Stars und Komponist zahlreicher Salsa Erfolgstitel, die noch heute in jede Salsa Sammlung gehören.

Tite Curet Alonso „Tite Curet symbolisiert für mich Salsa“ Cheo Feliciano  

„Der beste Komponist unserer Musik war von den 70er Jahren an Tite Curet. Er war die Person, die uns am meisten Musik schenkte. Es sind tausende von Liedern, tausende von Hits. Ausserdem ist er ein Juwel von Puerto Rico“ Ismael Miranda

“Tite, ein unvergesslicher Mensch, liebevoller Freund und ein grosser Künstler“ Williams Careaga

Catalino "Tite"’ Curet Alonso kam am 26. Februar 1926 in Guayama (Puerto Rico) zur Welt.Er schrieb über 2000 Kompositionen, 900 davon wurden von Sängern aus ganz Amerika aufgenommen. Unter anderem von Cheo Feliciano, Celia Cruz, Lupe Victoria Yoli „La Lupe“, Willie Colón, Tito Rodríguez, Olga Guillot, Héctor Lavoe, Ray Barreto und Rubén Blades.
Viele kennen wohl Puro teatro, ein Stück aus dem Almodóvar-Film Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, gesungen von "La Lupe" sowie La tirana und Carcajada final; und Anacaona von Cheo Feliciano; Isadora Duncan gesungen von Celia Cruz; La Cura von Frankie Ruiz; Plantación adentro von Rubén Blades; Periódico de ayer und Juanito Alimaña von Héctor Lavoe. Oder auch Tiemblas und Don Fulano von Tito Rodríguez; Las caras lindas und Mi negrita me espera von Ismael Rivera. Und viele, viele mehr.

Ohne Tite Curet Alonso wäre Salsa nicht denkbar. Das bestätigt auch Cheo Feliciano: „Tite Curet ist die wichtigste Person, vor allem in den 70er, 80er und 90er Jahren, aber auch schon in den 60er Jahren. Er schrieb für so viele von uns Melodien, die zu Erfolgen wurden. Die Hits aller Sänger und Orchester waren von Tite Curet Alonso, in anderen Worten, Tite Curet Alonso prägte vier Generationen von Musik für alle von uns.
Alle Künstler der Fania sind heute bekannt dank Don Tite. Denn auch wenn wir viele gute Musiker und Sänger waren, so war es Tite, der die Hits schrieb, die uns bekannt machten.“

Dank Tite, Masucci, Pacheco und Fania All Stars können wir also heute überall auf der Welt Salsa tanzen und geniessen.

 

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Text und deutsche Übersetzung Samantha Ziegler