| Was
ist Salsa
Die
Musik, die wir Salsa nennen, ist eigentlich nichts anderes als afrokaribische
oder afroantillanische Musik. Von den karibischen Inseln stammen Rhythmen
wie die Guaracha, der Guaguanco, der Son Montuno, die Rumba, Plena, Bomba
usw.
Alle diese Rhythmen wurden gemischt und zusammen unter dem Namen Salsa
vereint. Kurz gesagt ist Salsa also eine Mischung aus verschiedenen karibischen
Musikstilen.
Wie es dazu gekommen ist, hat natürlich seine
Entstehung
des Salsa
Der
heute als Salsa bekannte Musikstil entstand anfangs der siebziger Jahre
in den lateinamerikanischen Einwanderervierteln von New York. Aber beginnen
wir ganz von vorne: In den fünfziger und sechziger Jahren wanderten
Menschen aus allen Nationen nach Amerika aus, viele auch aus Lateinamerika.
Die Auswanderer brachten ihre eigene Kultur und damit auch ihre eigene
Musik mit in die neue Heimat.
So
kam es, dass es Mitte der sechziger Jahre in New York eine Unmenge von
lateinamerikanischen Orchestern gab, die afrokaribische Rhythmen spielten.
Es existierten zahlreiche Tanzlokale und an einem Wochenende konnte man
gut und gerne zwanzig oder dreissig Tanzveranstaltungen finden, auf denen
jeweils zwei oder drei Orchester spielten. Dies bewegte mehr und mehr
junge lateinamerikanische Musiker, vor allem aus Puerto Rico, dazu, auch
nach Amerika, nach New York, auszuwandern.
Dort hatten sie die besten Chancen eine Arbeit als Musiker zu finden.
Die puertoricanische Musikszene in New York wurde also immer grösser.
Cheo
Feliciano, von Fania All Stars, erzählt: „In dieser Zeit spielte
man vor allem afrokubanische Rhythmen.
Die Musik stammte also hauptsächlich aus Kuba, die Musiker waren
aber vor allem Puertoricaner. Die Orchester in New York bestanden fast
zu hundert Prozent aus Puertoricanern, wenn es auch einige Musiker aus
anderen Ländern und auch aus Kuba gab.
Und auch die Leute, die in New York tanzten, waren hauptsächlich
Puertoricaner.“
Auch
Ismael Miranda (Fania All Stars) erinnert sich: “Salsa ist nichts
anderes als afroantillanische Musik.
Wir, die Puertoricaner, die in New York und anderen Orten lebten, bemühten
uns, dass diese afroantillanische Musik auch im Ausland weiterlebte und
nicht ausstarb. Denn es war sehr gute Musik;
Musik, die eine sehr tiefe Kultur hatte und die wunderschön war.“
Die
jungen Musiker aus Puerto Rico spielten in verschiedenen Orchestern. Sie
begannen die Rhythmen und Stile zu mischen und einen Rhythmus zu kreieren,
der den „Geschmack“ aller karibischen Rhythmen vereinte. Es
entstand ein neuer Musikmix, der viel schneller war als andere, schon
bekannte afrokaribische Rhythmen - Salsa war geboren.
Fania
All Stars
Ein
Geschäftsmann, Jerry Masucci, und ein Musiker, Johnny Pacheco, wurden
auf das Talent der vielen puertoricanischen Musiker aufmerksam. 1968 hatten
Masucci und Pacheco die geniale Idee, die besten Musiker, Sänger
und Dirigenten von verschiedenen Orchestern in einer Gruppe zu vereinen.
Dies war der Anfang des grössten Salsa Orchesters aller Zeiten: Fania
All Stars.
Im
August 1971 traten die Fania All Stars in grosser Aufmachung im Club Cheetah
in New York auf.
Mit so grossem Erfolg, dass daraufhin im Jahr 1972 der Film Our Latin
Thing erschien, der Ausschnitte aus dem Konzert zeigte und ausserdem vom
Leben in den Latinovierteln New Yorks erzählte.
Dieser Film wiederum führte zu einem neuen Konzert, Platten und zu
einem weiteren Film mit den Fania All Stars.
Dieses Mal hatte der Titel Auswirkungen, die bis heute anhalten. Der Film
hiess Salsa (1976).
Danach ging alles sehr schnell. Die Gruppe wurde bekannt, es gab Reisen
in Amerika und nach Europa. Das Salsafieber hatte begonnen.
Fania
All Stars war also dafür verantwortlich, dass Salsa - der Begriff,
der Ausdruck und vor allem das Gefühl des Salsa - aus den Latinovierteln
New Yorks in die ganze Welt getragen und bekannt wurde.
Unten
ein Foto der Fania All Stars. Zwanzig der Mitglieder sind Puertoricaner.
Auf dem Foto sind auch Celia Cruz und Rubén Blades zu sehen, die
einige Jahre nach der Gründung dazu kamen. |
| Warum
der Name Salsa
Salsa bedeutet übersetzt Sauce, also
eine Mischung aus verschiedenen Zutaten und Gewürzen, die dem Essen
mehr Geschmack verleiht. Diese eigentliche Sauce assoziierte man mit der
neuen Musikmischung. Die Salsamusik war ja eine Mischung aus verschiedenen
afrokaribischen Rhythmen, eben eine Sauce - Salsa.
Die Wahl des Begriffs hat aber auch noch
einen anderen Hintergrund.
Cheo Feliciano erzählt: „Einer der Gründe, weshalb der
Begriff Salsa eingeführt wurde, ist, dass er einfach war für
Leute, die nicht Spanisch sprachen. Es war für nicht Spanisch-Sprechende
zum Beispiel schwierig, „Montuno“, „Guaracha“
und so viele andere Begriffe für die verschiedenen Rhythmen auszusprechen.
Alle diese Namen unter dem einen Begriff „Salsa“ zu vereinen,
war viel einfacher. Masucci wählte also den Namen „Salsa“
als eine Definition für alle Rhythmen, die wir in New York spielten.
Das war genial, denn es war eine kommerzielle Idee, um das Projekt, die
Rhythmen und alles andere zu verkaufen.“
Der
grösste Salsa Komponist
Eine
weitere wichtige Figur, wohl die wichtigste Figur, in der Geschichte des
Salsa ist Tite Curet Alonso. Er war der grösste Songschreiber für
Fania All Stars und Komponist zahlreicher Salsa Erfolgstitel, die noch
heute in jede Salsa Sammlung gehören.
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Catalino
"Tite"’ Curet Alonso kam am 26. Februar 1926 in Guayama
(Puerto Rico) zur Welt.Er schrieb über 2000 Kompositionen, 900 davon
wurden von Sängern aus ganz Amerika aufgenommen. Unter anderem von
Cheo Feliciano, Celia Cruz, Lupe Victoria Yoli „La Lupe“, Willie
Colón, Tito Rodríguez, Olga Guillot, Héctor Lavoe,
Ray Barreto und Rubén Blades.
Viele kennen wohl Puro teatro, ein Stück aus dem Almodóvar-Film
Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs, gesungen von "La
Lupe" sowie La tirana und Carcajada final; und Anacaona
von Cheo Feliciano; Isadora Duncan gesungen von Celia
Cruz; La Cura von Frankie Ruiz; Plantación adentro
von Rubén Blades; Periódico de ayer und Juanito
Alimaña von Héctor Lavoe. Oder auch Tiemblas
und Don Fulano von Tito Rodríguez; Las caras lindas
und Mi negrita me espera von Ismael Rivera. Und viele, viele mehr.
Ohne
Tite Curet Alonso wäre Salsa nicht denkbar. Das bestätigt auch
Cheo Feliciano: „Tite Curet ist die wichtigste Person, vor allem
in den 70er, 80er und 90er Jahren, aber auch schon in den 60er Jahren.
Er schrieb für so viele von uns Melodien, die zu Erfolgen wurden.
Die Hits aller Sänger und Orchester waren von Tite Curet Alonso,
in anderen Worten, Tite Curet Alonso prägte vier Generationen von
Musik für alle von uns.
Alle Künstler der Fania sind heute bekannt dank Don Tite. Denn auch
wenn wir viele gute Musiker und Sänger waren, so war es Tite, der
die Hits schrieb, die uns bekannt machten.“
Dank
Tite, Masucci, Pacheco und Fania All Stars können wir also heute
überall auf der Welt Salsa tanzen und geniessen.
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